3 Billionen Bäumen weltweit

In einer aktuellen Studie (Nature, 2. September 2015, doi:10.1038/nature.2015.18287) zur Schätzung der Baumdichte weltweit wurden zwei Methoden kombiniert, um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten.DSC09469

 

Gemäß den Informationen, die bisher von Satellitenbildern hergeleitet wurden, wurde die Weltbaumpopulation auf 400 Milliarden Bäume geschätzt. Die Genauigkeit einer tatsächlichen Zählung vom Boden aus kann damit freilich nicht gewährleistet werden. Daher haben Forscher die Daten der Satellitenbilder mit Daten von tatsächlichen Zählungen auf 430 000 Hektar Waldflächen aller Kontinente mit Ausnahme der Antarktis kombiniert, um eine höhere Genauigkeit und bessere Schätzwerte auch für unzugängliche Waldgebiete zu erhalten. Der Methodenkombination zufolge ist die aktuelle Dichte mit 3 Billionen Bäumen weltweit viel höher, als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig fand man heraus, dass menschliche Eingriffe den größten aller Einflüsse auf die Baumverteilung darstellen. Jährlich werden 15 Milliarden Bäume gefällt; seit dem der Mensch vor ungefähr 12 000 Jahren begonnen hat, Landwirtschaft zu betreiben, ist die Baumanzahl überhaupt um 46% zurück gegangen.

Mit den genaueren Schätzungen ist es möglich, Ressourcenmanagern bei der Abwägung von ökonomischen Vorteilen von Wäldern wie beispielsweise die natürliche Reinigung von Wasser oder die Fixierung des Bodens gegen die Erosion im Gegensatz zu Vorteilen von Holzernten oder Kahlschlag zur Gewinnung von Anbauflächen zu helfen.

„Wir haben keine „neuen Bäume“ entdeckt“, sagt der Ökologe und Leiter der Studie Thomas Crowter vom Netherlands Institute of Ecology in Wageningen, „wir haben vielmehr die ursprünglichen Daten mit zusätzlichen Informationen verbunden und sind somit in der Lage, unsere Schätzungen neu zu überprüfen. Die neue Datenlage verändert weder den aktuellen Forschungsstand bezüglich der Kapazität der Wälder, CO² zu binden, noch soll der Schaden der weltweiten Abholzungen dadurch geringer eingeschätzt werden.“ Die Studie besagt nämlich weiters, dass in feuchten, warmen Gegenden der Erde, in denen sich Wälder günstig entwickeln müssten, diese von menschlichen Aktivitäten wie Ackerbau verdrängt werden.

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